
Noctourism – unvergessliche Momente nach Sonnenuntergang erleben | Foto: ©den-belitsky #1836630998 – stock.adobe.com
Ein noch recht neuer Reisetrend ist Noctourism, eine Form des Reisens, die den Fokus auf das Nachtleben legt. Dabei geht es weniger darum, Diskotheken, Bars oder Clubs zu entdecken. Vielmehr steht nachhaltiges Reisen mit Entdeckungen nach Sonnenuntergang im Vordergrund. Auch entspanntes, entschleunigendes Reisen spielt eine wichtige Rolle.
Noctourism mit speziellen Erlebnissen in der dunklen Stunde
Viele Reisende möchten den Kurztrip oder Urlaub zum Entspannen nutzen und ausschlafen, doch der Wecker reißt sie jeden Morgen aus dem Schlaf. Auf dem Programm stehen Sehenswürdigkeiten und andere Aktivitäten, gepaart mit der Sorge, die Reise nicht richtig zu nutzen oder etwas zu verpassen.
Noctourism ist ein neuartiger Reisetrend, der Entdeckungen und Aktivitäten ganz anders angeht.
Abendliche Aktivitäten stehen im Mittelpunkt. Die Reisenden entgehen den Touristenströmen, erleben unvergessliche Momente nach Sonnenuntergang und lernen den Urlaubsort und dessen Umgebung von einer völlig anderen Seite kennen.

Noctourism ist ein neuartiger Reisetrend, der Entdeckungen und Aktivitäten ganz anders angeht | Foto: ©HyperlapsePro #1321564369 – stock.adobe.com
Die nächtlichen Stunden zelebrieren
Noctourism zelebriert die nächtlichen Stunden und ermöglicht viele Aktivitäten in den Abendstunden. Dieser Reisetrend spricht alle an, die bewusst reisen und die Natur, aber auch Städte erleben möchten. Dabei geht es nicht um das bunte Partyleben, sondern um Entdeckungen, die nicht alltäglich sind.
Einige große Reiseportale haben bereits Angebote für Noctourism in ihr Programm aufgenommen. Reisende müssen sich nicht sorgen, dass sie etwas verpassen, und können trotzdem entspannt ausschlafen.

Noctourism zelebriert die nächtlichen Stunden und ermöglicht viele Aktivitäten in den Abendstunden | Foto: ©Davide Angelini #528717211 – stock.adobe.com
Warum ist Noctourism nachhaltig?
Umwelt und Ressourcen werden bei den Aktivitäten in der Nacht in der Regel weniger belastet. Um Tiere nicht zu stören, bleiben die Straßen unbeleuchtet. Wanderungen und Beobachtungen werden mit Fahrrädern oder zu Fuß unternommen. Die Aktivitäten erfolgen in kleinen Gruppen.
Umweltschutz und regionale Wertschöpfungsketten werden unterstützt, da regionale Produkte als Snack angeboten und Abfälle reduziert werden.
Die Anbieter arbeiten mit Naturpark-Rangern, aber auch mit Physikern und anderen Wissenschaftlern zusammen.
Naturerlebnisse werden häufig mit Wissenstransfer verbunden. Die Teilnehmer erfahren mehr über das Zusammenspiel von Nachhaltigkeit und Wissenschaft, wenn es beispielsweise um die Entwicklung von energiesparenden Lichtkonzepten oder den Schutz nachtaktiver Tierarten geht. Auch der Einfluss der Lichtverschmutzung auf Biodiversität oder globale Lichtschutzprojekte können wichtige Themen sein.
Achtsamkeit und Entschleunigung bei Noctourism
Noctourism ist nachhaltig und eine sanfte Form des Reisens. Es geht nicht um Komfort, auch das Tempo wird zurückgefahren. Die Teilnehmer schalten bewusst ihre Smartphones aus, um sich ganz auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.
Ganz bewusst werden die Erlebnisse Social-Media-frei. Die Reisenden haben die Gelegenheit, über ihre eigene Existenz nachzudenken. Die nächtlichen Aktivitäten können auch ein Teil des mentalen Detox-Programms sein, ohne digitale Ablenkung.
Anbieter von Noctourism haben bereits inklusive Formate wie Sternenmärchen für Kinder, Familienprogramme, ruhige Meditationen in der Natur, Veranstaltungen für ältere Menschen oder rollstuhltaugliche Wanderwege entwickelt. Sie möchten Noctourism für viele Menschen zugänglich machen.

Achtsamkeit und Entschleunigung bei Noctourism | Foto: ©Monkey Business #186881150 – stock.adobe.com
Ideen für Noctourism
Für Noctourism gibt es viele Ideen, um die abendlichen Stunden zu nutzen. Urlauber bekommen einen völlig anderen Blick auf die Städte und die Natur, da in den Stunden nach Sonnenuntergang deutlich weniger Touristen als tagsüber unterwegs sind.
Nächtliche Touren über lokale Streetfood-Märkte sind ebenso möglich wie abendliche Museumsbesuche. Beliebt sind auch thematische Stadtführungen nach Sonnenuntergang.
Für diejenigen, die gerne Wassersport treiben, werden Kajaktouren im Mondschein oder Paddeltouren mit speziell beleuchteten SUPs angeboten. Wer nachtaktive Wildtiere erleben möchte, kann an einer nächtlichen Safari teilnehmen.
Verschiedene Aktivitäten sind nur in der Nacht möglich. Diejenigen, die gerne tauchen, können bei Nachttauchgängen das fluoreszierende Korallenleben erkunden. Insbesondere in Asien werden Nachtmärkte und Foodtouren angeboten. Interessant sind auch biolumineszente Strände, wie es sie auf den Malediven gibt. Beliebt sind auch Vollmondwanderungen und Nordlichter.
Astrotourismus – eine spezielle Form von Noctourism
Astrotourismus ist eine spezielle Kategorie beim nächtlichen Tourismus.
Im Mittelpunkt steht der Sternenhimmel mit Sternschnuppen, Milchstraße und Meteorschauer.
Verschiedene Hotels und Resorts haben solche Angebote im Programm und haben sich mit ihrer Ausstattung darauf eingestellt, beispielsweise mit Bungalows mit Glaskuppeln.
Tipps für nächtliche Abenteuer
Damit Noctourism tatsächlich hält, was er verspricht, kommt es auf eine gute Vorbereitung der Aktivitäten an. Das Ziel sollte mit Bedacht ausgewählt werden. Dabei sollten sichere Wege, angebotene Nachtführungen, aber auch die Lichtverhältnisse berücksichtigt werden. Wichtig ist auch die richtige Uhrzeit für die Aktivitäten. Bei einigen Sehenswürdigkeiten ist es umso ruhiger, je später es wird.
Es kommt auf die richtige Ausrüstung an. Eine Taschenlampe oder Stirnlampe darf nicht fehlen. Häufig ist auch warme Kleidung wichtig. Wer seine Eindrücke mit der Kamera festhalten möchte, sollte an eine gute Low-Light-Performance denken.
Nächtliche Aktivitäten können völlig ungefährlich sein, wenn die Sicherheit berücksichtigt wird. Reisende sollten nichts auf eigene Faust unternehmen und auf geprüfte und geführte Touren achten.
Der Respekt für Natur und Kultur sollte selbstverständlich sein. Die Lichtquellen und die eigene Lautstärke sollten bei nächtlichen Tierbeobachtungen reduziert werden. Auch lokale Regeln sind zu beachten.



