
Klimaauswirkungen von Heizen mit Holz | Foto: ©Bifi #558653 – stock.adobe.com
Viele Menschen möchten mit Holz heizen, da sie die angenehme Wärme vom Kamin und das Prasseln des Kaminfeuers zu schätzen wissen. Aufgrund der steigenden Preise für fossile Energieträger greifen die Menschen mitunter zu Holz als Alternative. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, doch auch beim Heizen mit Holz werden Kohlendioxid und andere Schadstoffe freigesetzt. Heizen mit Holz ist nicht klimaneutral und wirkt sich auch nicht positiv auf die Gesundheit aus.
Heizen mit Holz ist nicht klimaneutral
Entgegen der weitverbreiteten Meinung ist das Heizen mit Holz nicht klimaneutral. Beim Heizen mit Holz entstehen Kohlendioxid, Feinstaub und andere klimarelevante Emissionen wie Methan. Der Ausstoß an CO2 ist pro produzierter Wärmeeinheit mit Holz sogar noch höher als bei Kohle oder Gas.
Der Gedanke einer nachhaltigen Waldnutzung ist Anlass zur Vermutung, dass das Heizen mit Holz klimaneutral ist. Im Wald wird Kohlendioxid gebunden. Die Annahme, dass die CO2-Emissionen beim Heizen mit fossilen Brennstoffen durch die Kohlendioxid-Bindung im Wald ausgeglichen werden, ist weitverbreitet.
Allerdings finden die Kohlenstoff-Einbindungen im Wald unabhängig von der Holzverbrennung statt. Sie gleichen die Kohlendioxid-Emissionen nicht aus.
Das im Holz gebundene Kohlendioxid gelangt beim Verbrennen von Holz zurück in die Atmosphäre. Die Funktion der Wälder als Senke für Emissionen ist bereits rückläufig. Wird die energetische Holznutzung weiter gesteigert, können die Wälder möglicherweise ihren bisherigen Beitrag zum Klimaschutz nicht mehr leisten. Die Bäume können nicht so schnell nachwachsen, wie der Rohstoff Holz verheizt wird. Das Umweltbundesamt fordert, dass Holz zunächst für langlebige Produkte verwendet wird als dass es unmittelbar verbrannt wird.

Entgegen der weitverbreiteten Meinung ist das Heizen mit Holz nicht klimaneutral | Foto: ©Marcel Paschertz #311096565 – stock.adobe.com
Gesundheitliche Auswirkungen beim Verbrennen von Holz
Nicht nur das Klima wird durch das Heizen mit Holz belastet, da Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt. Beim Heizen mit Holz wird Feinstaub freigesetzt, der eine Gefahr für die Gesundheit ist. Im Jahr 2020 trug die Holzverbrennung in Kleinfeuerungsanlagen in privaten Haushalten zu 18 Prozent zu den deutschen PM2,5-Emissionen, dem Feinstaub, bei. Das ist fast so viel wie die Gesamtemissionen im Straßenverkehr.
Das Umweltbundesamt hat 2021 verschiedene Untersuchungen vorgenommen. Die PM2,5-Emissionen von Kleinfeuerungsanlagen, die mit Holz betrieben werden, können sich aufgrund der bestehenden Regelungen von 2020 bis 2030 um ungefähr 30 Prozent verringern. Die aktuelle Entwicklung der Nachfrage nach Holz aufgrund der Preissprünge bei fossilen Energieträgern ist dabei noch nicht berücksichtigt. Um die PM2,5-Konzentrationen entsprechend der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Außenluft anzunähern, müssen die PM2,5-Emissionen mindestens um 50 Prozent reduziert werden. Feinstaub erzeugt unter den Luftschadstoffen die höchsten Krankheitslasten in der Bevölkerung.
Bei der Wärmeversorgung von Gebäuden ist das größte Feinstaubminderungspotenzial vorhanden. Die höchsten Feinstaubemissionen aller Wärmeerzeuger weisen Zusatzheizungen in privaten Wohngebäuden auf, bei denen es sich um Einzelfeuerungsanlagen handelt.

Beim Heizen mit Holz wird Feinstaub freigesetzt, der eine Gefahr für die Gesundheit ist | Foto: ©Komwanix #1020508546 – stock.adobe.com
Weitere Emissionen beim Heizen mit Holz
Um die Treibhausgasemissionen beim Heizen mit Holz zu erfassen, müssen neben Kohlendioxid auch weitere Treibhausgase berücksichtigt werden, zu denen Lachgas und Methan gehören. Eine negative Wirkung auf das Klima haben auch die Ruß-Emissionen. Beim Lebenszyklus von Holz kommen noch weitere Emissionen hinzu.
Bei der Ernte, der Aufbereitung, der Herstellung und dem Transport von Holz als Brennstoff werden Hilfsenergien benötigt, darunter Strom und Kraftstoff. Dadurch wird zusätzliches Kohlendioxid freigesetzt.
Neben Kohlendioxid und Feinstaub werden beim Verbrennen von Holz auch Kohlenmonoxid, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Stickoxide (NOx) und Metalle freigesetzt. Sie können die Entstehung von Atemwegs- und Kreislauferkrankungen, Asthma und Lungenkrebs begünstigen und zu vorzeitigen Todesfällen führen.
Klimaschutz und energetische Nutzung von Holz
Um treibhausgasneutral zu sein, muss die energetische Nutzung von Holz aus Sicht des Klimaschutzes einige Voraussetzungen erfüllen. Die Kohlenstoffbilanz im Wald ist nur dann ausgeglichen, wenn die gleiche Holzmenge, die verbrannt wird, zeitnah nachwächst. Die Wälder müssen künftig mehr Kohlendioxid binden als das aktuell der Fall ist. Um die Klimaziele zu erreichen, muss mehr Holz nachwachsen als aus den Wäldern entnommen wird. Der notwendige Biomassezuwachs ist zusätzlich durch vermehrt auftretende Trockenperioden gefährdet.
Um vom klimafreundlichen Potenzial von Holz zu profitieren, kommt es darauf an, Holz zunächst für hochwertige und dauerhafte Produkte zu nutzen. Es kann später in der Nutzungskaskade weiterverwendet werden. Kohlendioxid, das im geernteten Holz gebunden ist, wird für weitere Jahrzehnte gebunden, wenn das Holz als Bauholz oder für die Produktion von Möbeln verwendet wird. Das Kohlendioxid wird nicht so wie bei der Verbrennung sofort freigesetzt. Emissionen können vermieden werden, wenn Holzprodukte Produkte aus fossilen Rohstoffen ersetzen. Erst nach einer langen Nutzungskette kann das nicht mehr stofflich nutzbare Altholz verbrannt werden. Dabei kommt es auf Kraftwerke und Feuerungsanlagen mit hohen Umweltstandards an.
Eine energetische Nutzung ist auch von Wald-Restholz und Landschaftspflegeholz möglich. Es kann fossile Brennstoffe ersetzen und zur Defossilisierung des Energiesystems beitragen und Versorgungssicherheit gewährleisten. Um schädliche Emissionen zu vermeiden, sollte Holz nur dann energetisch genutzt werden, wenn die Versorgung mit anderen erneuerbaren Energien schwierig ist.

Die Kohlenstoffbilanz im Wald ist nur dann ausgeglichen, wenn die gleiche Holzmenge, die verbrannt wird, zeitnah nachwächst | Foto: ©mitifoto #120532292 – stock.adobe.com
Heizen von Gebäuden mit Holz nur in Ausnahmefällen
Nur in begründeten Ausnahmefällen sollte Holz zum Heizen von Gebäuden verwendet werden, wenn es keine Alternative gibt. Der Wärmebedarf von Gebäuden sollte durch eine energetische Sanierung vermindert werden. Das gelingt mit sofort verfügbaren Wärmenetzen und mit Wärmepumpen. Hybridheizungen können genutzt werden, wenn Wärmepumpen allein für die Heizung nicht ausreichen.
Die Wärmepumpe kann an kalten Tagen durch einen Heizkessel unterstützt werden. So lässt sich Brennstoff einsparen.
Um die Feinstaubemission einer Holzheizung zu reduzieren, kann die Heizung mit einer Abgasbehandlung ausgestattet werden. Mit elektrostatischen Staubabscheidern lässt sich die Staubemission auf bis zu 90 Prozent reduzieren. Eine Holzheizung muss immer an technische Nebenanforderungen geknüpft werden, darunter an die Kombination des Holzheizkessels mit einem Pufferspeicher in ausreichender Größe. Um den Brennstoffeinsatz zu reduzieren, kann die Holzheizung auch an die Nutzungspflicht von Solarenergie geknüpft werden. Die Emissionen und der Verbrauch von Holz werden reduziert, wenn eine Solarthermieanlage in den Sommer- und Übergangsmonaten für die Warmwasserbereitung genutzt wird.
Bis 2030 Anteil von 50 Prozent erneuerbarer Wärme als Ziel
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 einen Anteil von 50 Prozent der Wärme klimaneutral zu erzeugen. Das Umweltbundesministerium stuft die Holzverbrennung nicht als klimaneutral ein. Dennoch soll auch Holzenergie in die klimaneutrale Energie eingerechnet werden. Sie muss jedoch neu bewertet und ausgerichtet werden.
Irene Seling vom Verband der Waldeigentümer spricht sich dafür aus, die Förderung für Holzheizungen nicht noch weiter zu reduzieren. Aus ihrer Sicht hilft Energieholz, unabhängiger von Energieimporten zu werden. Energieholz ist ihrer Meinung nach ein Nebenprodukt, das automatisch beim Waldumbau und bei der Holzernte anfällt und sich nicht anders nutzen lässt.
Kenneth Richter vom Naturschutzbund Deutschland sieht das anders. Er meint, dass die Holzreste zu Papier, Pressspanplatten und innovativen Biomasseprodukten verarbeitet werden könnten.