
Klimaveränderung in Deutschland in den letzten 30 Jahren | Foto: ©alfotokunst #496944614 – stock.adobe.com
Das Klima hat sich in Deutschland in den letzten 30 Jahren verändert. Die Temperaturen sind gestiegen. Lange Hitze- und Dürreperioden wechseln sich mit Starkregen ab. Die Eistage in der kalten Jahreszeit haben abgenommen. Ein wichtiger Grund für diese Veränderungen sind die von Menschen verursachten Treibhausgasemissionen.
Variabilität des Klimasystems
Als Klima werden Wettererscheinungen bezeichnet, die über einen hinreichend langen Zeitraum den mittleren Zustand der Atmosphäre in einem bestimmten Gebiet charakterisieren. Das Klima wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst.
Die verschiedenen Komponenten, zwischen denen zahlreiche Wechselwirkungen bestehen, werden als Klimasystem bezeichnet.
Die eintreffende Sonnenstrahlung ist der Hauptantrieb des Klimasystems. Sie wird teilweise in Wärmestrahlung umgewandelt und erwärmt die bodennahe Luftschicht, aber auch die Gase in der Atmosphäre. Bei diesem Prozess handelt es sich um den Treibhauseffekt. Atmosphärischer Wasserdampf verursacht den natürlichen Treibhauseffekt.
Die menschengemachten Treibhausgasemissionen stören das natürliche Gleichgewicht und führt zum Klimawandel.

Als Klima werden Wettererscheinungen bezeichnet, die über einen hinreichend langen Zeitraum den mittleren Zustand der Atmosphäre in einem bestimmten Gebiet charakterisieren | Foto: ©mapo #495043896 – stock.adobe.com
Erfassung der Veränderungen des Klimas
Um das Klima und dessen Veränderungen zu beschreiben, werden statistische Eigenschaften wie Häufigkeiten, Mittelwerte und Extremwerte über einen längeren Zeitraum berücksichtigt. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) empfiehlt, die Änderungen über einen Zeitraum von 30 Jahren zu erfassen. Für den aktuellen Zeitraum gelten die Jahre 1991 bis 2020.
Um den Klimawandel zu bewerten, werden die 30 vorangegangenen Jahre von 1961 bis 1990 als WMO-Referenzperiode herangezogen. Die Messdaten werden verglichen. Allerdings werden, um die Klimaveränderungen zu beurteilen, auch ältere Daten verwendet und mit neueren Daten verglichen.
Um den Einfluss des Menschen auf die Klimaveränderung und mögliche Entwicklungen der Treibhausgaskonzentration zu berücksichtigen, wurden Emissions- und Landnutzungsszenarien entwickelt.

Um das Klima und dessen Veränderungen zu beschreiben, werden statistische Eigenschaften wie Häufigkeiten, Mittelwerte und Extremwerte über einen längeren Zeitraum berücksichtigt | Foto: ©franconiaphoto #296051266 – stock.adobe.com
Auswirkungen des Klimawandels auf das Ökosystem
Der Klimawandel beeinflusst das gesamte Ökosystem. Es kommt zu einer Verschiebung von Vegetationszonen, aber auch zu einem Anstieg des Meeresspiegels. Die Jahre werden wärmer, was sich auf die jahreszeitliche Entwicklung von Pflanzen und Tieren auswirkt.
Beispiele dafür sind Schneeglöckchen, die im Vorfrühling blühen, sowie Apfelbäume, die ihre Blüten inzwischen um ungefähr fünf Tage früher als noch vor einem Jahrzehnt entfalten. Das veränderte Temperaturniveau beeinflusst die Eintrittszeit und die Dauer der einzelnen Jahreszeiten.
Die Monate Februar und März sind oft schon mild, doch kommt es in der zweiten Aprildekade oft noch zu Spätfrösten, die zu erheblichen Einbußen beim Obst- und Weinanbau führen.
Infolge kürzerer Winter reagieren einige Vogelarten mit einem erhöhten Bruterfolg. Die Bestandsentwicklung von Pflanzen- und Tierarten wird durch Veränderungen bei der zeitlichen Abstimmung von Bestäubern und ihren Fressfeinden und Räuber-Beute-Systeme beeinflusst.
Der Klimaveränderung entgegenwirken
Um den negativen Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken, kommt es hauptsächlich darauf an, die menschengemachte Treibhausgasemission zu reduzieren. Die Nutzung erneuerbarer Energien anstelle fossiler Brennstoffe ist ein Beitrag dazu. Auch mit der Elektromobilität, insbesondere mit Strom aus erneuerbaren Energien, kann der CO2-Ausstoß reduziert werden.
Unternehmen können ihre Fahrzeugflotte umstellen, aber auch umweltfreundliche, energieeffiziente Büromaschinen verwenden. Die Reduzierung der Verwendung von Papier im digitalen Zeitalter kann ebenfalls dem Klimawandel entgegenwirken.
Arbeitgeber regen teilweise ihre Arbeitnehmer an, nachhaltiger zu handeln. Sie bieten Anreize für den Kauf von Fahrrädern oder Zuschüsse zu Tickets für öffentliche Verkehrsmittel. Auch das Arbeiten im Homeoffice kann sowohl als persönliche Option als auch als Möglichkeit verstanden werden, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, da dadurch weniger Wege zurückgelegt werden müssen.

Um den negativen Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken, kommt es hauptsächlich darauf an, die menschengemachte Treibhausgasemission zu reduzieren | Foto: ©J.M. Image Factory #136346518 – stock.adobe.com
Entwicklung der Niederschläge in Deutschland
Veränderungen der Niederschläge in Deutschland unterscheiden sich jahreszeitlich, aber auch räumlich. Die mittleren Regenmengen im Sommer sind weitgehend unverändert geblieben. Die Winter sind deutlich feuchter geworden.
Im Sommer hat die Zahl der aufeinanderfolgenden Trockentage zugenommen. Die Häufigkeit von Trockenphasen hat sich erhöht. Auf solche Trockenperioden können Starkregenphasen folgen.
Veränderungen der Temperaturen in Deutschland
Von 1881 bis 2021 ist die Lufttemperatur im Jahresmittel statistisch um 1,6 Grad Celsius angestiegen. Erst nach dem Jahr 2000 sind die fünf wärmsten Jahre seit 1881 aufgetreten. Damit sind die Temperaturen in Deutschland stärker als im weltweiten Durchschnitt gestiegen, der bei einem Grad Celsius liegt. Die Landregionen erwärmen sich schneller als die Meere.
Die Zahl der heißen Tage mit einem Tagesmaximum der Lufttemperatur von mindestens 30 Grad Celsius lag in den 1950er Jahren noch bei ungefähr drei Tagen im Jahr. Diese Anzahl hat sich auf ungefähr neun Tage im Jahr verdreifacht. Im Jahr 2025 wurden sogar etwas mehr als elf heiße Tage verzeichnet.
Markante Hitzeperioden haben in ihrer Häufigkeit und ihrer Intensität zugenommen. Die mittlere Zahl der Eistage mit einem Tagesmaximum der Lufttemperatur unter 0 Grad Celsius hat von 28 auf 19 Tage pro Jahr abgenommen.
Das bislang wärmste Jahr in Deutschland war 2024 mit einer deutschlandweiten Mitteltemperatur von 10,9 Grad Celsius. Der Jahresmittelwert lag mit 2,7 Grad über dem Mittelwert der Referenzperiode 1961 bis 1990.
Frühling und Sommer sind wärmer geworden
Nicht nur die Sommer sind wärmer geworden, sondern auch im Frühling ist ein signifikanter Temperaturanstieg zu beobachten. Er liegt bei 1,7 Grad Celsius. Auch im Herbst ist die Temperatur um 1,8 Grad Celsius gestiegen. Die Temperaturen im Winter sind sogar um 2,1 Grad Celsius angestiegen.
Sommertemperaturen werden teilweise bereits im April gemessen. Am 5. April 2024 wurde in Deutschland teilweise ein Tagesmaximum von 25 Grad Celsius beobachtet. Am 17. Oktober 2024 wurde der letzte Sommertag registriert.



