
Neuer CO2-Preis ab Januar 2026 | Foto: ©Benjamas #1735436822 – stock.adobe.com
Der CO2-Preis könnte zum 1. Januar 2025 weiter ansteigen. Das bedeutet für Verbraucher, dass Heizen und Tanken teurer werden können. Der Grund für die Erhöhung liegt unter anderem daran, dass der weltweite Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids gesenkt werden soll. Innerhalb der gesamten EU könnte es zu Preiserhöhungen kommen.
Wie der CO2-Preis ansteigen könnte
Der CO2-Preis wird auch als CO2-Steuer bezeichnet. Er wird auf fossile Energieträger mit einem hohen CO2-Ausstoß erhoben, zu denen Gas, Diesel, Öl und Benzin, aber seit Januar 2024 auch die Abfallverbrennung gehören. Basis des CO2-Preises ist das nationale Emissionshandelssystem (nEHS).
Ab 2028 könnte das europäische Emissionshandelssystem ETS 2 die Basis bilden.
Der CO2-Preis wurde erstmals 2025 erhoben und lag bei 25 Euro pro Tonne CO2. Seitdem steigt er an. Er lag 2022 und 2023 jeweils bei 30 Euro pro Tonne. Im Jahr 2024 lag er bereits bei 45 Euro pro Tonne, im Jahr 2025 bei 55 Euro pro Tonne. Vermutlich bewegt er sich ab Januar 2025 zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne. Auch 2027 soll sich der CO2-Preis in dieser Spanne bewegen.

Der CO2-Preis wird auch als CO2-Steuer bezeichnet | Foto: ©witsarut #620124116 – stock.adobe.com
Freie Preisbildung ab 2028
ETS 2 startet 2028. Der CO2-Preis soll dann noch nicht sofort steigen. Ab 2029 ist eine deutliche Steigerung zu erwarten.
In Deutschland fließen die Einnahmen aus dem CO2-Preis in den Klima- und Transformationsfonds, um langfristige Klimaschutzmaßnahmen zu finanzieren. Solche Maßnahmen bestehen in energetischen Gebäudesanierungen, Energiewende in der Wirtschaft, Wasserstoffwirtschaft und Ausbau erneuerbarer Energien.

ETS 2 startet 2028. Der CO2-Preis soll dann noch nicht sofort steigen | Foto: ©Antony Weerut #702599204 – stock.adobe.com
Höhere Gebühren für Heizen, Tanken und Müll
Der höhere CO2-Preis ab Januar 2026 führt zu höheren Preisen für Gas, Öl, Benzin und Diesel, aber möglicherweise auch zu höheren Abfallgebühren. Zunächst muss der Energiehändler selbst die CO2-Abgabe bezahlen. In der Regel gibt er die Kosten direkt an die Kunden weiter.
Was der Verbraucher mehr bezahlen muss, hängt vom Energieträger, vom Verbrauch und mitunter auch vom Versorger ab.
Der Treibhausgasausstoß unterscheidet sich, abhängig vom Energieträger. Bei Heizöl ist der Treibhausgasausstoß höher als bei Gas. Der CO2-Preis bezieht sich auf die mit den Energieträgern verbundenen Emissionsfaktoren.
Höhere Kosten beim Heizen
Der höhere CO2-Preis fällt nur beim Heizen mit fossilen Energieträgern, also bei Gas- und Ölheizungen, an. Wer wissen möchte, was er mehr bezahlen muss, kann den Jahresverbrauch heranziehen, der auf der Abrechnung zu finden ist. Für die verschiedenen Energieträger gelten unterschiedliche Emissionsfaktoren:
- Erdgas: 201 Gramm CO2 pro Kilowattstunde
- Leichtes Heizöl: 266 Gramm CO2 pro Kilowattstunde
- Fernwärme, die mit Gas oder Öl erzeugt wurde. 280 Gramm CO2 pro Kilowattstunde
Zusätzlich wird der neue CO2-Preis herangezogen, der für 2026 gilt.
Mieter müssen den CO2-Preis nicht allein tragen, sondern in einem Stufenmodell werden die Mehrkosten zwischen Mieter und Vermieter abhängig vom Zustand des Gebäudes aufgeteilt. Bei ineffizienten Häusern zahlen die Mieter nur 5 Prozent der Mehrkosten. Bei sehr energieeffizienten Gebäuden sind die Heizkosten nur gering. Die Mieter müssen dann jedoch die kompletten Mehrkosten tragen.
Der Vermieter muss den Anteil, den er selbst übernimmt, von der Heizkostenrechnung abziehen.

Höhere Kosten beim Heizen | Foto: ©Fabian Krueger #545091650 – stock.adobe.com
Höhere Preise beim Tanken
Verbraucher müssen voraussichtlich auch beim Tanken einen höheren CO2-Preis bezahlen. Wie der ADAC angibt, könnten pro Liter Benzin oder Diesel maximal 3 Cent mehr erhoben werden. Pro Liter Benzin macht das 17 Cent, pro Liter Diesel 19 Cent aus. Allerdings hängt es auch vom aktuellen Ölpreis und weiteren Faktoren ab, was Verbraucher beim Tanken tatsächlich bezahlen müssen.
Steigende Müllgebühren ab 2026
Der CO2-Preis gilt seit 2024 auch für die Abfallverbrennung, da auch dabei Treibhausgase entstehen. Vom bei der Verbrennung freigesetzten Kohlendioxid gelten ungefähr 40 Prozent als fossile Emissionen. Die Müllverbrennungsanlagen belasten die Entsorger und die Haushalte mit diesen Mehrkosten.
Die Abfallgebühren könnten sich im Schnitt um 2 bis 4 Prozent erhöhen.
Die steigenden Kosten können nicht nur auf die Müllgebühren anfallen. In einigen Orten wird die Abfallverbrennung auch für die Fernwärme genutzt. Dort fallen die höheren Kosten auch beim Heizen an.
Wann kein CO2-Preis anfällt
Nicht immer fällt beim Heizen der CO2-Preis an. Das hängt von den Systemen oder den Energieträgern ab. Auf Hackschnitzel, Holzpellets, Scheitholz, Wärmepumpen, Solarthermie und nachhaltiges Biogas gilt kein CO2-Preis. Auch bei Fernwärme, die aus rein erneuerbaren Quellen erzeugt wird, fällt der CO2-Preis nicht an.
Wer ein Elektroauto oder ein Wasserstoff-Auto fährt, muss diese Mehrkosten ebenfalls nicht zahlen, da er keinen Treibstoff aus fossilen Energieträgern tankt.



