
Vögel füttern in Deutschland – was ist erlaubt? | Foto: ©Magnus #429025620 – stock.adobe.com
Das Füttern von Vögeln ist nicht immer ein Beitrag zum Artenschutz. Selbst unter erfahrenen Ornithologen ist die Vogelfütterung im Sommer ein umstrittenes Thema. In Deutschland gelten sogar verschiedene Gesetze, die das Füttern von Vögeln teilweise verbieten. Wer dagegen verstößt, muss mit Bußgeldern rechnen.
Wann ist die Fütterung von Vögeln sinnvoll?
Mit einem Futterhäuschen im Garten können Vögel vor allem in den Wintermonaten unterstützt werden. Wer einen vogelfreundlichen Garten anlegt, leistet einen Beitrag zum Artenschutz.
Dabei müssen Besitzer eines vogelfreundlichen Gartens kein zusätzliches Futter bereitstellen, da die Vögel sich durch verschiedene heimische Pflanzen wie Holunder ansiedeln und auch noch im Winter Nahrung finden.
Ein naturnaher Garten zieht noch andere nützliche Tiere wie Insekten oder Igel an.

Mit einem Futterhäuschen im Garten können Vögel vor allem in den Wintermonaten unterstützt werden | Foto: ©Linas T #194028269 – stock.adobe.com
Füttern von Vögeln im Sommer
Wer im eigenen Garten Vogelschutz betreiben möchte, muss dafür sorgen, dass insgesamt gute Lebensbedingungen wie natürliche Nahrungsquellen, Nistmöglichkeiten und Verstecke vorhanden sind. Gleichzeitig müssen auch zahlreiche andere Arten von Tieren gute Bedingungen vorfinden.
Futterstellen werden im Sommer oft besser als im Winter besucht, da aufgrund der Brutzeit mehr Jungvögel in Deutschland leben als in den Wintermonaten. Genau wie die Vogelfütterung im Winter hat die Sommerfütterung positive und negative Aspekte.
Einige Arten können von der Sommerfütterung profitieren, während andere sogar darunter leiden.
Fettreiches Futter kann im Sommer die Fruchtbarkeit von Vögeln beeinträchtigen. Das Risiko für verschiedene Krankheiten wie Vogelpocken oder Salmonellen ist in den Sommermonaten aufgrund der hohen Temperaturen deutlich höher als im Winter.
Wer die Vögel im Sommer füttern möchte, sollte auf Körner und anderes fettreiches Futter verzichten. Verschiedenes Futter wie Brot ist sogar schädlich für die Vögel. Am besten sind wiederaufgetaute gefrorene Insekten oder Mehlwürmer für die Sommerfütterung geeignet.

Fettreiches Futter kann im Sommer die Fruchtbarkeit von Vögeln beeinträchtigen | Foto: ©Kletr #61778450 – stock.adobe.com
Vögel im Garten füttern – was ist zu beachten?
Im eigenen Garten können Vögel gefüttert werden. Gartenbesitzer können Vogelhäuschen, Futtersäulen oder Meisenknödel bereitstellen. Die Futterstelle muss sich im ausreichenden Abstand zum Nachbargrundstück befinden.
Wichtig ist, dass die Nachbarn nicht durch die Wildvögel gestört werden, da sie Futter auf ihrem Grundstück fallenlassen. Nachbarn können einen Unterlassungsanspruch stellen, wenn ihr Grundstück durch die Vögel stark verschmutzt wird.
Die Nachbarn können auch gegen die Vogelfütterung vorgehen, wenn ihre Gesundheit dadurch gefährdet wird. Zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kann es durch Vogelkot kommen.
Wer die Vögel trotz Beschwerden der Nachbarn weiterhin im Garten füttert, muss mit einem Bußgeld oder sogar mit Ordnungshaft rechnen.
In gemeinschaftlichen Gärten ist die Fütterung von Wildvögeln erlaubt. Im Mietvertrag oder in der Hausordnung darf das nicht untersagt werden. Es ist jedoch möglich, dass die Fütterung reguliert und auf eine bestimmte Stelle beschränkt wird.
Fütterung von Vögeln auf dem Balkon
Vermieter dürfen nicht verbieten, dass ihre Mieter Wildvögel auf dem Fenstersims oder Balkon füttern, wie das Landgericht Berlin bereits 2010 in einem Urteil bestätigt hat.
Einschränkungen gelten jedoch mit einem Urteil des Amtsgerichts Frankfurt von 2013.
Vermieter dürfen die Fütterung von Vögeln verbieten, wenn durch die Fütterung das Haus oder die Wohnungen anderer Mieter beschädigt oder stark verschmutzt werden oder den anderen Mietern der Vogellärm zu laut ist.
Vögel in Parks und in der freien Natur füttern
Die Fütterung von Wildvögeln in der Natur oder in Parks ist erlaubt. Allerdings gelten in einigen Städten und Gemeinden Einschränkungen. Das Füttern von Wasservögeln ist dort verboten und strafbar. Beim Füttern von Schwänen, Enten und anderen Wasservögeln können Bußgelder bis zu 1.000 Euro drohen.
Tauben sind ein spezieller Fall. Deren Fütterung ist in einigen Gemeinden grundsätzlich verboten. Auch auf dem Fenstersims, dem Balkon oder im Garten dürfen Tauben dort nicht gefüttert werden.
Vermieter können das im Mietvertrag untersagen, genau wie die Fütterung anderer großer Vögel wie Raben. Fassaden können durch den ätzenden Kot der Vögel beschädigt werden. Auch die Lautstärke der Vögel kann ein Problem werden.
Die Fütterung von Tauben ist in einigen Städten und Gemeinden eine Ordnungswidrigkeit, die in einigen Städten wie Braunschweig, Hamburg oder Stuttgart mit Bußgeldern bis 5.000 Euro geahndet werden kann.



