
Reisen mit vollem Akku: Ladeinfrastruktur für E-Autos als Urlaubsfaktor in Skandinavien | Foto: ©scharfsinn86 #486665549 – stock.adobe.com
Skandinavien ist zu jeder Jahreszeit ein schönes Reiseziel. Es bietet faszinierende Landschaften, aber auch architektonische Sehenswürdigkeiten und Kultur. Wer individuell reisen möchte, fährt mit dem Auto. Das ist auch mit dem E-Auto möglich, doch viele Besitzer von E-Autos machen sich Sorgen um die Reichweite.
Bei den modernen Elektroautos wird die Reichweite immer größer. Viele Ferienhäuser und Hotels haben sich außerdem bereits auf Elektrofahrzeuge eingestellt und verfügen über Lademöglichkeiten.
Die E-Mobilität hat in Skandinavien so große Sprünge gemacht wie in keinem anderen Gebiet in Europa. Das bedeutet, dass die Ladeinfrastruktur in Dänemark, Norwegen, Schweden und auch Teilen Finnlands gut ausgebaut ist.
Viele Menschen fahren dort bereits E-Autos, die Tendenz steigt.
Die Ladeinfrastruktur wird daher immer weiter ausgebaut.
In den skandinavischen Ländern sind zahlreiche Ladepunkte vorhanden:
- mehr als 30.000 Ladepunkte in Dänemark; in der am besten ausgebauten Region um Hovedstaden mit 342,5 Ladepunkten pro 100 Kilometer
- Norwegen mit 24.000 Ladepunkten; in Oslo und Umgebung mit 159,1 Ladepunkten pro 100 Kilometer
- Schweden mit 408,1 Ladepunkten pro 100 Kilometer in der Region um Stockholm
Allerdings sind in strukturschwachen Gebieten wie der Telemark in Norwegen oder in Västernorrland in Schweden deutlich weniger Ladepunkte vorhanden. Wer in der unberührten Natur unterwegs ist, sollte sich zuvor über Lademöglichkeiten informieren.
Ladepunkte gibt es von verschiedenen Anbietern, darunter von e.on, LichtBlick, Shell Recharge oder Tesla Supercharger. Online sind Ladekarten solcher Anbieter verfügbar, mit denen die Zahlung erfolgen kann. Da sich die Preise für die Ladekarten je nach Anbieter unterscheiden, ist ein Vergleich der Preise sinnvoll.

Die E-Mobilität hat in Skandinavien so große Sprünge gemacht wie in keinem anderen Gebiet in Europa | Foto: ©scharfsinn86 #518919741 – stock.adobe.com
Dänemark erleben und entspannt aufladen
Dänemark ist als Urlaubsland beliebt, kann aber auch den Auftakt für eine längere Reise durch Skandinavien bilden. Wer mit dem E-Auto nach Dänemark fährt, findet an allen größeren Routen Schnelllader (DC). In Städten, Ferienhausgebieten und Häfen befinden sich AC-Lader. Viele Ferienhäuser in Dänemark verfügen außerdem bereits über Wallboxen.
Die Anbieter von Ferienhäusern informieren über die Ausstattung, darunter auch über Auflademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge.
Wer ein Ferienhaus mit Wallbox wählt, kann entspannt in den nächsten Tag starten, wenn das Auto dort vorher aufgeladen wurde.
An den Schnellladestationen, die auch an Einkaufszentren zu finden sind, lässt sich das Auto in kurzer Zeit aufladen. An den AC-Ladern dauert die Aufladung länger. Apps wie Clever oder PlugShare informieren über die Lademöglichkeiten.
Die Zahlung kann in Dänemark per Ladekarte von den jeweiligen Anbietern, aber auch mit Kreditkarte oder über die App erfolgen.

Dänemark ist als Urlaubsland beliebt, kann aber auch den Auftakt für eine längere Reise durch Skandinavien bilden | Foto: ©Andrew Mayovskyy #375570044 – stock.adobe.com
Hervorragende Ladeinfrastruktur in Norwegen
In Norwegen gibt es zahlreiche Ladestellen, sodass sich Urlauber nicht um die Reichweite ihres E-Autos sorgen müssen. Um das Auto unterwegs laden zu können, ist mitunter eine Registrierung bei einem Anbieter wie Mer erforderlich.
Der in Norwegen verfügbare Strom stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien, darunter aus Wasserkraft. E-Autos dürfen in einigen norwegischen Städten zu reduzierten Preisen parken.
Auf mautpflichtigen Strecken sind Fahrer von Elektrofahrzeugen auch mit ausländischem Kennzeichen mautfrei oder zu reduzierten Gebühren unterwegs.
Wer in Norwegen mit einem E-Auto eine inländische Fähre nutzt, kann oft kostenlos fahren. Einige Fähren gewähren für E-Autos einen Rabatt von 50 Prozent. Allerdings gibt es auch Fähren, die den Transport von Elektro- oder Hybridfahrzeugen verbieten. Es ist daher wichtig, sich vor der Reise über die Beförderungsbedingungen zu informieren.
Gute Versorgung mit Lademöglichkeiten in den Städten in Schweden
Die meisten Ladestationen für E-Autos sind in Schweden im Süden des Landes vorhanden. In der Mitte und im Nordosten ist das Netz weniger dicht. Entlang der Hauptverkehrsachsen und um die größeren Städte ist die Ladeinfrastruktur am besten ausgebaut.
Auf dem Abschnitt auf der E20 zwischen Hallsberg und Örebro werden gegenwärtig zwei neuartige Technologien zum Laden von Elektrofahrzeugen getestet. Es ist weltweit der erste Autobahnabschnitt, auf dem E-Autos während der Fahrt geladen werden können. Über Stromschienen im Asphalt kann das konduktive Laden erfolgen. Als zukunftsfähigere Lösung gilt das induktive Laden über elektromagnetische Felder.
Kostenlose Ladesäulen stehen in Schweden in einigen Parkhäusern und auf Supermarkt-Parkplätzen zur Verfügung. In einigen Gemeinden können Elektrofahrzeuge kostenlos parken.
Zu bestimmten Zeiten wird in den Innenstädten von Stockholm und Göteborg City-Maut erhoben, die auch von Elektrofahrzeugen zu zahlen ist. Elektrofahrzeuge dürfen in kommunalen Umweltzonen in Schweden uneingeschränkt fahren.

Gute Versorgung mit Lademöglichkeiten in den Städten in Schweden | Foto: ©nrqemi #307517890 – stock.adobe.com
Ladeinfrastruktur in Finnland
In Finnland sind knapp 13.000 öffentliche Ladepunkte vorhanden und ermöglichen vorwiegend das schnelle Laden. Die meisten Ladepunkte befinden sich im Süden des Landes.
Im Norden ist die Dichte an Ladepunkten deutlich geringer.
Wer in Skandinavien viel sehen möchte und daher an eine lange Strecke denkt, sollte seine Reise gut planen. Dafür kommt es darauf an, die Ladekapazität und die Reichweite des eigenen E-Autos genau zu kennen. Abhängig vom Modell kann die Reichweite stark variieren. Sie hängt auch von der Fahrweise, der Beladung und den Witterungsbedingungen ab.
Für E-Autos stehen verschiedene Navigationssysteme und Apps zur Verfügung, die bei der Planung der Strecke helfen und über vorhandene Ladepunkte informieren. Wichtig ist auch, sich über die Ladetypen DC für das Schnellladen und AC für das langsamere Laden zu informieren.
An den Schnellladepunkten kann die Batterie eines E-Autos innerhalb von ungefähr 30 Minuten zu 80 Prozent aufzuladen.



